Getreideernte 2002



Heuer erfolgte die erste Ernte von Kaiserweizen. Das dabei erzielte Ernteresultat kann sich durchaus sehen lassen. Hervorragende Qualitäten wurden separat erfasst, dokumentiert und gelagert. Die Abwicklung durch unsere Vertragslandwirte erfolgte engagiert und problemlos. Angefangen von den korrekt dokumentierten Aufzeichnungen über die entsprechende Kulturführung bis hin zur Ernte lief dieses erste Jahr ohne größere Probleme. Wie man sieht, kann man mit ein wenig Mehraufwand, entsprechender Organisation und engagierten Partnern ein Markenprodukt erzeugen, welches sehr wohl Interesse (und auch Mehrerlöse) am Markt findet und welches wir auch brauchen um uns von den Massenproduzenten abzuheben.

Da ich oft gefragt werde, was den der Unterschied zwischen Kaiserweizen und „normalem Qualitätsweizen“ sei, möchte ich hier wie folgt auflisten:

1. Qualitätssortenreinheit – Kaiserweizen wird aus 100 % Qualitätsweizensaatgut angebaut
2. Erzeugung – Kaiserweizen wird ausschließlich nach ÖPUL Richtlinien produziert
3. Rückverfolgbarkeit – Kaiserweizen ist vom Anbau bis zur Auslieferung an den Verarbeitungsbetrieb rückverfolgbar (dokumentiert vom Anbau bis zur Auslieferung)
4. Lebensmittelsicherheit – HACCP zertifizierte Betriebe lagern und bearbeiten das Getreide nach genau definierten Richtlinien

Diese Zusatzleistungen bzw. Unterschiede zum „normalen“ Qualitätsweizen sind von der Industrie durchaus gefragt und werden auch honoriert. Falls Sie Interesse an Kaiserweizenproduktion haben informieren wir Sie gerne näher bzw. gibt es unter nähere Informationen.



Die Getreideernte 2002 begann heuer durch die heiße, trockene Witterung im Juni bereits sehr früh. Mitten in der Rapsernte gab es Anfang Juli in unserem Einzugsbereich Fels/Wagram ein verheerendes Hagelunwetter welches Schäden in den Acker- und Weinbaukulturen bis zu 100 % verursachte.

Allgemein kann gesagt werden, das die heurige Ernte im Ertragsniveau ca. 20 % unter dem Vorjahr liegt. Aber nun im Detail zu den einzelnen Kulturen:

Wintergerste wurde, verursacht durch den Gelbverzweigungsvirus, beinahe zur Gänze vorzeitig umgebrochen, sodass es in unserem Aufkaufsgebiet keine nennenswerten Mengen gab.

Raps enttäuschte die Ertragserwartungen. Erträge von 2000 kg bis 2600 kg/ha waren durchschnittlich zu erzielen, sodass trotz der eher hohen Ölsaatenpreise die Deckungsbeiträge nicht befriedigen.

Auch Körnererbsen konnten keine befriedigenden Erträge erzielen. Der Anbau dieser Kulturart verliert in unserem Gebiet immer mehr an Bedeutung. Schlechte Erträge der letzten Erntejahre und der Rückgang der Viehhaltung veranlasst immer mehr Landwirte, diese Kultur aus Ihrer Fruchtfolge zu streichen.

Sommer(Brau)gerste fiel in der heurigen Ernte durchaus positiv auf. Erträge von rund 5000 kg/ha konnten mit sehr guten Qualitäten geerntet werden (Ausnahme Hagelgebiet). Eiweißwerte zwischen 10,5 und 11,5 % waren die Norm und auch bei den Sortierungen lagen die Werte durchwegs um die 90 %.

Bei Weizen wurde heuer eine eher knapp durchschnittliche Ernte mit rund 5000 kg/ha eingefahren. Alles andere als durchschnittlich war aber die geerntete Qualität. Da die Ernte durch keine Regenperioden beeinträchtigt war, konnten die Weizenqualitäten mit hohen Fallzahlwerten (über 300), entsprechenden Proteinwerten (durchwegs über 14 % mit einem beachtlichen Anteil an Prämiumqualität) und entsprechendem Hektolitergewichten eingebracht werden.

Diese Aussagen treffen im Wesentlichen auch auf Durumweizen zu, welcher heuer in durchaus ansprechenden Qualitäten und Mengen geerntet werden konnte.



Da nun die Qualitäten und auch die Mengen bekannt sind, beginnt die Zeit der Preisbildungen. Erste Probelieferungen von Qualitätsweizen nach Italien fanden dort durchaus Interesse. Bleibt abzuwarten, wie sich die Ein- und Ausfuhrpolitik der EU vor allem im Hinblick auf die neuen Beitrittskandidaten gestaltet und welche Mengen und Qualitäten aus Ungarn und Süddeutschland in Italien angeboten werden.