Getreideernte 2000



Vor einiger Zeit ging in unserem Gebiet die Getreideernte 2000 zu Ende. Geprägt von der Trockenheit des Frühjahres begann der Getreidedrusch bereits Mitte Juni. Wir erhielten heuer die erste Fuhre Weizen am 22. Juni!

Raps und Wintergerste erzielten durchaus akzeptable Erträge und man kann bei diesen Getreidearten von einem normalen Erntejahr sprechen. Winterweizen erzielte je nach Bodenbonität äußerst unterschiedliche Erträge mit einem insgesamt aber ebenfalls durchschnittlichen Ertragsniveau.

Problematisch wurden die Ertragsmengen bei Futtererbsen und Sommergerste. Futtererbse verzeichnete Ertragsausfälle von bis zu 60 %. Sommergerste und Durumweizen erzielten Mindererträge um die 40 %.

Der Großteil der Ernte konnte unter günstigen Bedingungen trocken geerntet werden. Der heurige Winterweizen kann qualitativ vor allem durch seinen hohen Proteingehalt (durchschnittlich 14 - 15 %), seine hohen Fallzahlwerte (ca. 300 sec.) und durch ein Hektolitergewicht von 80 kg und mehr überzeugen. Die Vermarktung dieser Weizenqualität dürfte heuer kein Problem sein und läßt für die Landwirte ein deutlich vom Interventionspreis abgehobenes Preisniveau erwarten. Durumweizen entspricht ebenfalls voll den Qualitätserwartungen und kann sicher problemlos vermarktet werden.

Durch die geringen Hektarerträge bei Braugerste kam es bei diesem Produkt zu einem erhöhten Eiweißgehalt, welcher bei der Vermarktung doch zu einigen Problemen führen kann. Um die österreichische Braugerstenernte einigermaßen verwerten zu können, hat die Malzindustrie heuer ausnahmsweise die Übernahmekriterien geändert, so daß wir in der Lage waren, Gerste bis 13,5 % Eiweißgehalt als Braugerste zu übernehmen.

Abschließend kann man sagen, daß die heurige Ernte mengenmäßig eine eher unterdurchschnittliche war, qualitativ aber vor allem bei Winterweizen durchaus auch erfreuliche Akzente setzte.