Getreideernte 2007

Die heurige Getreideernte war vor allem durch den außergewöhnlichen Witterungsverlauf der Monate September bis Juli geprägt. Durchwegs trockene Monate vom Anbau bis März 07 sowie ein sehr milder Winter haben die Entwicklung der Winterungen eher negativ beeinflusst. Gelbverzwergunsvirus sowie tierische Schädlinge waren entwicklungshemmend und haben die Erträge negativ beeinflusst. Im März gab es endlich ausreichend Niederschläge – doch der folgende April war in unserem Gebiet absolut Niederschlagsfrei und viel zu warm.. Mai und Juni waren ebenfalls viel zu warm (heiß) und ohne ergiebige Regenfälle (ausgenommen örtliche Gewitter und Regenschauer). Der Beginn der Ernte war daher um ca. 2 – 3 Wochen früher als in einem durchschnittlichen Jahr (erste Weizenanlieferung 29. Juni!). Wie haben sich diese ungewöhnlichen Bedingungen nun auf die einzelnen Kulturen ausgewirkt? Im Folgenden eine kurze Aufstellung aus meiner Sicht:



1. Raps



Raps wurde heuer je nach Bodenbonität und Regenfällen mit Hektarerträgen zwischen 800 kg und rd. 3.500 kg geerntet. Die durchschnittlichen Erträge dürften bei ca. 2.200 kg liegen. Aus ersten Untersuchungen kann geschlossen werden, dass durch die Hitze bei der Abreife der Ölgehalt gelitten hat.



2. Wintergerste



Auch bei Wintergerste gab es sehr unterschiedliche Erträge. Hier dürften die Erträge in Summe am besten gewesen sein. Wintergerste spielt in unserem Gebiet jedoch nur eine kleine Rolle im Anbau. Die Marktleistung ist nahezu unbedeutend da Sie vorwiegend für den Eigenbedarf angebaut wird.



3. Körnererbsen



Katastrophal! Erträge von unter 1000 kg bis max. 2500 kg je Hektar – wobei jedoch die niedrigeren Erträge überwogen – werden den Körnererbsenanbau in unserer Gegend nahezu zum Erliegen bringen.



4. Braugerste



Hektarerträge von knapp 3000 bis gut 4000 kg wurden hier geerntet. Sortierungen von schwachen 60 % Vollgerstenanteil bis guten 80 % waren hier die Regel. Während die Sortierungen eher schwach bis mittelmäßig sind, ist der Eiweißgehalt überraschenderweise akzeptabel bis gut. Werte von knapp 11 % bis ca. 12,5 % (Ausreißer bis 15 % gab es auch) wurden hier angeliefert. Von den Sorten kann gesagt werden, dass bei uns normalerweise die Sorte Bodega die besseren Sortierungen und die Sorte Xanadu die höheren Erträge geliefert hat.



5. Weizen



Auch bei Weizen beginnen die Hektarerträge bei rund 3000 kg reichen jedoch im Gegensatz zu Gerste bis knapp 6000 kg. Hier waren vor allem die Bodenbonität, die Zufälligkeiten des Wettergottes sowie Vorfrucht und Bodenbearbeitung für die breite Streuung verantwortlich. Leider muss man jedoch sagen, dass die 6000 kg Erträge eher die Ausnahme waren und der Durchschnitt bei ca. 4000 kg lag. Die Qualitäten sind im Großen und Ganzen gut bis sehr gut, jedoch breiter gestreut als im Vorjahr. So sind auch durchaus Mengen an Mahlweizen angeliefert worden.



6. Durum



Hat ebenfalls das Schicksal der Sommerungen erlitten. Erträge von knapp 3000 bis ca. 4500 kg je Hektar mit ausgezeichneter Qualität. Auf Grund der guten Erntewitterung gab es ebenso wie bei Weizen keinerlei Fallzahlprobleme. Werte von 300 bis 400 sec. bei Weizen – bei Durum noch höher – wurden angeliefert.





In Summe war das heurige Erntejahr ein Jahr der extremen Schwankungen. Sowohl die Ertrags- als auch die Qualitätsskala schlug heuer in einem breiten Bereich aus. Je nach Kultur und Gegend kann in unserem Gebiet mit einem Ertragsminus von 10 % bis 30 % gerechnet werden.



Doch nun zu einem positiven Ausblick. Schlechte Ernten in weiten Teilen Europas sowie der steigende Bedarf haben zu einem noch nie erlebten Preisanstieg für Getreide und Ölfrüchte geführt. Für die heurige (mengenmäßig geringe) Ernte können die Landwirte die höchsten Preise erwarten, die seit dem Beitritt Österreichs zur EU erzielt wurden.