Getreideernte 2011



Mengen und Qualitäten:


Die Ernte begann Anfang Juli mit richtigem Erntewetter. Bis 20. Juli konnten rund 85 % der Felder geerntet derden. Dann wurde das Wetter unbeständig und kühl. Rund 14 Tage Erntepause folgten. Die Getreidequalitäten haben unter der unfreiwilligen Pause jedoch kaum gelitten und am 5. August war die Ernte so gut wie abgeschlossen.

Die Getreideernte 2011 brachte einige Überraschungen und widerlegte die meisten Erwartungen der Marktteilnehmer. Schwache Bestände durch die Trockenheit im Winter und Frühjahr deuteten auf eher unterdurchschnittliche Erträge und höhere Qualitäten.
Doch schon die ersten Ergebnisse bei Wintergerste überraschten. Durchschnittserträge von 6000 kg bei Hektolitergewichten von 63 kg und höher waren zu erzielen. Der Futtergerstenanbau spielt in unserem Gebiet jedoch eine untergeordnete Rolle.
Die anschließende Rapsernte brachte Ernteergebnisse von durchschnittlich 3500 kg/ha. Die meisten
Erträge lagen zwischen 3000 und 4000 kg/ha – es waren aber auch über 4000 kg Erntemenge möglich. Die Rapsernte wurde fast gänzlich trocken eingebracht.
Braugerste war die Überraschung schlechthin. Erträge bis zu 6000 kg am Hektar waren die Norm.
Die Sortierung lag größtenteils über 90 % bei Eiweißwerten von rund 10 % – 11 %. Die gesamte Erntemenge wird voraussichtlich als Braugerste vermarktet werden können. Bleibt zu hoffen, dass durch diese Ernte der rückläufige Trend bei Braugerstenanbau gestoppt werden kann.
Roggen, Hafer und Körnererbsen sind in unserem Gebiet bedeutungslos.

Weizen
, die wichtigste Kultur in unserem Gebiet, lieferte ebenfalls rekordverdächtige Erträge von durchschnittlich 6000 kg/ha, wobei auch Mengen über 7 to/ha geerntet wurden. Mit diesen hohen Erträgen hatte niemand gerechnet. Daher war auch Großteils die Düngung nicht auf diese Erntemenge ausgelegt. Folglich wurden meist nur Proteinwerte zwischen 12,5 und 14,5 % erreicht.
Fallzahlwerte liegen meist über 300 sec. und das Hektolitergewicht durchweg über 80 kg/lt.
Bei ersten Untersuchungen durch die Versuchsanstalt für Lebensmitteltechnologie wurden auch die für den italienischen Markt wichtigen Parameter problemlos erreicht.
Der Anbau von Durumweizen ist stark rückläufig. Die im Vorjahr vorhandenen Probleme mit Mycotoxinen traten heuer nicht auf. Einige, nach der Regenperiode angelieferte Partien, waren jedoch durch Auswuchs bzw. niedrige Fallzahlwerte so geschädigt, dass eine Vermarktung nur als Futterweizen erfolgen kann. Der überwiegende Teil hat jedoch die erforderlichen Qualitätsparameter erreicht.
Vermarktungs- und Preisaussichten:



Die geernteten Rapsmengen sind für die europäischen Verarbeitungskapazitäten zu gering. Dies würde auf feste bis steigende Preise hinweisen. Andererseits sind Raps- und Erdölpreis eng miteinander verbunden. Daher gibt es eine Menge an Unwägbarkeiten welche unberechenbare Preisschwankungen provozieren können. Rezessionen, Währungswechselkurse, politische Vorgaben, Naturkatastrophen, Revolutionen, Unruhen im arabischen Raum usw. sind Faktoren, welche momentan die nervösen Märkte beeinflussen. Für das heurige Wirtschaftsjahr erwarte ich jedoch keine drastischen Preiseinbrüche.
Die Aussichten für Weizen sind ebenfalls gut. Die hohen Preise vom Vorjahr werden zwar wahrscheinlich nicht erreicht (schon wegen der niedrigeren Proteinwerte) jedoch sind unsere Qualitäten insgesamt sicherlich gefragt, da es heuer im europäischen Ausland doch beträchtliche Qualitätsprobleme verbunden mit Ertragsausfällen durch Trockenheit (Frankreich, Deutschland) gab. Abschließend kann man sagen, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermarktung der Ernte sehr gut sind.