Getreideernte 2017

Der heurige Vegetationsverlauf war vor allem durch die fehlenden Niederschläge ab Mai und die extrem hohen Temperaturwerte in der zweiten Junihälfte geprägt.

Die nachfolgend angeführten Ertragswerte/ha sind die von den überwiegenden Landwirten geäußerten Rückmeldungen. Bedingt durch den extremen Witterungsverlauf gab es aber starke Abweichungen von den Durchschnittswerten in allen Kulturen. Bodenbonitäten, Vorfrüchte und kleinräumige Niederschlagsereignisse haben zu starken Schwankungen geführt.

Die Erwartungen an die Ernte 2017 waren demnach nicht sehr groß. Ende Juni wurde die erste Wintergerste gedroschen.

 

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Wintergerste:

 

Die Erträge waren mit 4,5 bis 6 to/ha noch befriedigend. Die Sortierung der Winterbraugerste war sehr unterschiedlich. Schotterböden und zehrende Vorfrüchte ließen die Werte auf unter 50 % Anteil 2,5 mm sinken, während bessere Bodenbonitäten zwischen 70 und 90 % lagen. Der Eiweißgehalt lag meistens zwischen 11,5 und 12,5 %.

 

Raps:

 

Durch die Hitze bei der Abreife bildeten sich die Rapssamen eher kleinkörnig aus. Erträge lagen daher meistens zwischen 2,5 und 3 to/ha. Preisnotierungen an den Warenterminbörsen liegen in ähnlicher Höhe wie zur vorjährigen Ernte.

 

Sommergerste:

 

Die Braugerstensorte RGT Planet hat mit (für das heurige Jahr) guten Erträgen überrascht. Durchschnittlich konnten 5 bis 6 to pro ha geerntet werden. Die Proteinwerte liegen bei meist 10,5 bis 11,5 % und sind damit im zulässigen Bereich für Braugerste. Bei der Sortierung bewegt sich ein Großteil zwischen 65 und 85 %.

 

Körnererbsen, Roggen und Hafer:

werden in unserem Einzugsgebiet als Marktfrucht kaum angeboten.

 

 

Weizen:

 

Weizen war die Kultur mit den unterschiedlichsten Erträgen und Qualitäten der gesamten heurigen Ernte.

Bei leichten, sandigen Böden mit Vorfrüchten wie Sonnenblume oder Zuckerrübe, kombiniert mit einem späten Anbautermin, lag der Hektarertrag oft nur bei 2 – 3 to. Auf guten, wasserhaltenden Böden mit Vorfrüchten wie Kartoffel oder Sojabohnen konnten aber auch 6 to und mehr geerntet werden. Der Durchschnitt der Erntemengen wird bei 4,5 bis 5 to liegen.

Der überwiegende Teil der heurigen Ernte ist Premiumweizen, ein kleinerer Anteil Qualitätsweizen. Mahlweizen wurde nur in sehr geringer Menge angeliefert. Das Hektolitergewicht befand sich meist in einem Bereich von 78 bis 82 kg. Auffallend waren auch die oft außerordentlich hohen Werte bei Feuchtkleber und Sedimentation.

Markteinschätzung:

National werden die Verarbeiter versuchen mit billigerem, qualitativ schwächerem Weizen aus dem Osten ihre Rohstoffkosten zu senken. Europaweit sind höhere Qualitäten allerdings gefragt und daher ist zu vermuten, dass heuer große Mengen heimischer Weizen Richtung Italien verladen werden.